Wie merkt man einen Schwangerschaftsdiabetes? Symptome und Erfahrungen von Betroffenen
- Julia Kalantary

- 27. März
- 5 Min. Lesezeit
Ein Schwangerschaftsdiabetes kann sowohl für die werdende Mutter als auch für das ungeborene Kind gesundheitliche Folgen haben, wenn er unbehandelt bleibt. Es ist daher wichtig, ihn rechtzeitig zu erkennen, um ihn behandeln zu können. Doch, wie merkt man, ob man einen Schwangerschaftsdiabetes hat? Gibt es typische Anzeichen?

Ein Schwangerschaftsdiabetes verursacht in der Regel keine eindeutigen Symptome.
Viele Frauen berichten, dass sie vor der Diagnose des Schwangerschaftsdiabetes keine eindeutigen Symptome bemerkt haben. Im Gegensatz zu einem unbehandelten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, steigt der Blutzucker bei Schwangerschaftsdiabetes meist nur moderat an, wodurch typische Symptome häufig ausbleiben. Tatsächlich wird die Erkrankung häufig nur durch den Routinetest, in der Regel zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche, erkannt.
Verursacht ein Schwangerschaftsdiabetes Symptome? Erfahrungen von Julia

Wenn du Julia fragst, ob ihr Schwangerschaftsdiabetes Symptome ausgelöst hat, würde sie diese Frage auch mit „nein“ beantworten. Sie hat es weder vor dem großen Zuckertest gemerkt, noch sind ihr mögliche Anzeichen des Schwangerschaftsdiabetes im Nachhinein explizit aufgefallen.
Deshalb lautet die Antwort auf die Frage „Wie merkt man Schwangerschaftsdiabetes?“ in den meisten Fällen: gar nicht – ohne Test. Doch trotzdem kann es einige mögliche Anzeichen und Erfahrungen geben, die einen Hinweis auf einen Schwangerschaftsdiabetes geben können.
Auf einen Schwangerschaftsdiabetes können folgende Symptome und Erfahrungen hindeuten:
Du hast starken Durst und könntest einen Liter nach dem anderen trinken, ohne dass es deinen Durst zu mindern scheint? Du hast häufigen Harndrang, selbst wenn dein Baby nicht gerade mit dem Köpfchen auf der Blase liegt? Du bist ständig müde, selbst wenn du genug geschlafen hast?
Wenn du eines oder mehrere der oben genannten Symptome bei dir bemerkst, könntest du möglicherweise einen Schwangerschaftsdiabetes haben. Da die Symptome von Schwangerschaftsdiabetes oft subtil und leicht mit den üblichen Beschwerden einer Schwangerschaft zu verwechseln sind, solltest du dir aber keine allzu große Sorgen machen. Mehr Durst zu haben ist in der Schwangerschaft nicht unüblich und wer viel trinkt, muss nunmal auch viel zur Toilette. Außerdem wird der Beckenboden schwächer und auch deshalb kann es sein, dass du häufiger zur Toilette musst. Auch Müdigkeit und ein Schwächegefühl sind in der Schwangerschaft häufige Symptome und stellen nicht automatisch ein Anzeichen für einen Schwangerschaftsdiabetes dar.
Das sind mögliche Anzeichen und Symptome eines Schwangerschaftsdiabetes:
Erhöhte Müdigkeit: Während der Schwangerschaft fühlen sich viele Frauen erschöpft, aber eine ungewöhnlich starke oder anhaltende Müdigkeit könnte ein Zeichen für einen unausgeglichenen Blutzuckerspiegel sein.
Starker Durst: Ein übermäßiges Durstgefühl, das nicht durch das Trinken von Wasser gestillt wird, kann auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen.
Häufiges Wasserlassen: Obwohl häufiges Wasserlassen in der Schwangerschaft normal ist, kann es bei Schwangerschaftsdiabetes verstärkt auftreten.
Trockener Mund: Ein trockener Mund, selbst nach dem Trinken von Flüssigkeit, kann ein weiteres Symptom sein.
Verschwommenes Sehen: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel kann zu Veränderungen der Sehkraft führen, was sich in verschwommenem Sehen äußern kann.
Erhöhte Infektionsanfälligkeit: Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben ein höheres Risiko für Harnwegsinfektionen, Pilzinfektionen und Hautinfektionen.
Gewichtsverlust trotz gesteigerten Appetits: Ein ungewöhnlicher Gewichtsverlust trotz eines gesteigerten Appetits kann ebenfalls auf Diabetes hinweisen.
Wichtig: Diese Beschwerden sind oft unspezifisch und können auch bei einer normalen Schwangerschaft auftreten. Genau deshalb ist der Blutzuckertest so entscheidend.
Sprich auf alle Fälle dein Ärzteteam oder deine Hebamme darauf an. Lediglich die erhöhten Blutzuckerwerte sind ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass du einen Schwangerschaftsdiabetes hast. Daher ist es sehr wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und den kleinen oder direkt den großen Zuckertest zu machen.

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes
Schwangerschaftsdiabetes kann jede schwangere Frau betreffen, aber es gibt bestimmte Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen.
Die wichtigsten Risikofaktoren für einen Schwangerschaftsdiabetes haben wir hier für dich zusammengefasst:
1. Übergewicht oder Adipositas
Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher haben ein erhöhtes Risiko, Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln. Übergewicht kann die Insulinempfindlichkeit des Körpers verringern, was zu höheren Blutzuckerwerten führt.
2. Familiäre Vorbelastung
Wenn nahe Verwandte (z. B. Eltern oder Geschwister) an Typ-2-Diabetes leiden, erhöht sich das Risiko, während der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln.
3. Alter der Mutter
Schwangere Frauen, die älter als 35 Jahre sind, haben ein höheres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.
4. Vorgeschichte von Schwangerschaftsdiabetes
Frauen, die in einer vorherigen Schwangerschaft bereits Schwangerschaftsdiabetes hatten, haben ein erhöhtes Risiko, diese Erkrankung erneut zu entwickeln.
5. Frühere Geburt eines großen Kindes
Wenn eine Frau in der Vergangenheit ein Kind geboren hat, das über 4.000 Gramm wog, besteht ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes in zukünftigen Schwangerschaften.
6. Ethnische Zugehörigkeit
Frauen bestimmter ethnischer Gruppen, darunter Hispanics, Afroamerikaner, Asiaten und Indigene, haben ein höheres Risiko, Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln.
7. Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS), einer hormonellen Störung, haben ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.
8. Bluthochdruck
Frauen mit bestehendem Bluthochdruck (Hypertonie) oder die während der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickeln, haben ein höheres Risiko für Schwangerschaftsdiabetes.
9. Zuvor unerkannter Prädiabetes
Frauen, bei denen vor der Schwangerschaft ein Prädiabetes diagnostiziert wurde, haben ein erhöhtes Risiko, während der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln.
10. Mehrlingsschwangerschaft
Frauen, die mit Zwillingen, Drillingen oder mehr Kindern schwanger sind, haben ein erhöhtes Risiko, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken.
11. Unzureichende körperliche Aktivität
Ein Mangel an regelmäßiger körperlicher Aktivität kann das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöhen, da Bewegung hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
12. Ungesunde Ernährung
Eine Ernährung, die reich an Zucker und einfachen Kohlenhydraten ist, kann das Risiko für die Entwicklung von Schwangerschaftsdiabetes erhöhen, insbesondere bei Frauen, die bereits übergewichtig sind oder andere Risikofaktoren haben.
Es ist wichtig, dass Frauen, die einen oder mehrere dieser Risikofaktoren aufweisen, besonders aufmerksam auf die Empfehlungen ihres Arztes achten und möglicherweise frühzeitig auf Schwangerschaftsdiabetes getestet werden.
Ein gesunder Lebenstil vor und während der Schwangerschaft kann dazu beitragen, das Risiko zu verringern.

Julias Erfahrungen mit Symptomen in ihrer zweiten Schwangerschaft mit Schwangerschaftsdiabetes
Da Julia schon in ihrer ersten Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes hatte, bestand in ihrer zweiten Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko, wieder einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln. Aus diesem Grund wurde bei Julia direkt der große Zuckertest durchgeführt, der auch den Nüchternwert umfasst.
Selbst nachdem Julia schon mit ihrem ersten Schwangerschaftsdiabetes Erfahrungen gesammelt hat und dann vor ihrer zweiten Diagnose ganz genau im Vorfeld auf die Anzeichen geachtet hat, konnte sie diese nicht konkret feststellen und war erneut sehr überrascht von der Diagnose. Die Frage, wie merkt man, ob man einen Schwangerschaftsdiabetes hat, würde sie daher heute mit “überhaupt nicht” beantworten.
Was passiert nach einem positiven Test?
Wenn der kleine oder große Zuckertest zeigt, dass du Schwangerschaftsdiabetes hast, wird dein Arzt oder deine Ärztin mit dir über die nächsten Schritte sprechen. Dazu gehören häufigere Kontrolltermine, eine Ernährungsberatung und Umstellung und möglicherweise eine Insulintherapie, um den Blutzuckerspiegel während der Schwangerschaft zu kontrollieren.
Um dir die Ernährungsumstellung zu erleichtern haben wir einen Onlinekurs, in dem wir nicht nur alles Wissenswerte aus Julia’s Schwangerschaftsdiabetes Erfahrungen teilen, sondern auch alles, was du sonst noch brauchst, um deinen Blutzuckerspiegel wieder ins Lot zu bringen.
Hast du mit deinem Schwangerschaftsdiabetes Erfahrungen gemacht, die du gerne teilen möchtest oder konntest du besondere Symptome bei deinem Schwangerschaftsdiabetes feststellen? Dann schreibe uns super gerne eine Nachricht.